ZUCHTBERICHTE

Zuchtberichte



- Boa constrictor constrictor / Guyana Rotschwanzboa



- Morelia viridis / Aru



- Boa c. imperator / Belize



- Boa constrictor constrictor / Brasilianische Rotschwanzboa



Aufzucht von Jungschlangen

Boa constrictor constrictor

Der hier folgende Bericht beruht auf meinen eigenen Erfahrungen mit der Aufzucht neugeborener Boa c. c.

Es sind Anregungen die hier gegeben werden, und müssen nicht deckungsgleich mit anderen positiven Beobachtungen sein.

Also kein Maßstab aller Dinge.



Meine Aufzeichnungen beziehen sich hier gezielt auf die so genannte Rotschwanzboa (Brasilien, Guyana/Surinam).



Nachdem man die Neugeborenen Boas aus dem Terrarium genommen hat, werden sie erst einmal in einem lauwarmen Wasserbad gesäubert.

Der Schleim der „Eihaut“ muss vom Körper gründlich abgewaschen werden. Dabei muss man sehr vorsichtig sein und die noch vorhandene Nabelschnur nicht gewaltsam abreißen.



Jedes Tier wird bei mir einzeln in kleinen Plastikterrarien mit der Größe von 28 x 18 x 14 (LxBxH), oder größer, gesetzt.

Dieses Behältnis ist mit einem Fliespapier (Küchenrolle o. Ä.) ausgelegt. Ein Unterschlupf aus einem kleinen Tontopf mit Öffnung und eine Wasserschale, sind die einzigen Einrichtungsgegenstände.



Die Babys werden einzeln gehalten. So kann man genau Buch führen und sich alles notieren, was mit diesem Tier zu tun hat.

Die jeweilige Häutung, ob gut oder schlecht, die Kotabgabe (Geruch, Konsistenz), wie auch die einzelnen Fütterungen mit dem entsprechendem Futtertier (Größe, Art, aufgetaut, tot oder lebendig), sollten genau festgehalten werden.

Jede Auffälligkeit kann später einmal von Nutzen sein.



Die einzelnen Plastikboxen werden in ein, eigens dafür genutztes Terrarium gestellt. Dieses ist mit einer Lichtquelle (Neonlampe) und einer Heizung (Heizmatte), in entsprechender Wattzahl, ausgestattet.



TEMPERATUR:



Die Tagestemperatur darf ruhig auf 32°C steigen. Die Heizmatte ist für etwa 14 Stunden in Betrieb. Durch eine Zeitschaltuhr wird das Intervall gesteuert. Von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr wird das Becken erwärmt. In der Nacht sollte die Temperatur nicht tiefer als 26°C sinken.

Sollte es dennoch kühler werden, so sollte man die Heizung auch während der Nacht in Betrieb lassen.

Dies habe ich bei den Boababys im Jahr 2007 zum erstenmal gemacht. Ein auswürgen der Futtertiere, so wie es in der Vergangenheit schon mal vorkam, blieb dabei aus.

Tagestemperaturen von maximal 32° C und eine Nachttemperatur von ca. 28° C waren optimal für die Verdauung der Jungschlangen. Die Absenkung erfolgte dadurch das am Tage die Neonlampe noch für ein paar Grad sorgte.



BELEUCHTUNG:



Die Lichtzeit beträgt bei mir 12 Stunden und ist von etwa 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Auch hier wird mit einer Zeitschaltuhr der Rhythmus gesteuert.

Hiermit wird eine Tag – Nachtsimulation erzeugt.



Luftfeuchtigkeit:



Vor der ersten Häutung sollte der Boden immer Nass sein, damit die Nabelschnur nicht am Bodengrund festklebt.



Täglich wird am späten Nachmittag mit warmem Wasser die Luftfeuchtigkeit leicht erhöht. Mit Hilfe eines Drucksprühers (Zerstäuber) sollten ein bis drei Sprühstöße genügen. Ist das Becken noch sehr feucht, und die Wände noch beschlagen, dann wische ich das Tauwasser ab und sprühe erneut mit frischem Wasser.

Vor oder nach diesem Vorgang wird natürlich unter den Unterschlupf geschaut um zu sehen wie es dem Tier geht.

Dabei kann auch gleichzeitig das Trinkwasser erneuert werden.

Durch das tägliche öffnen gelangt auch immer frische Luft in die kleinen Becken. Diese haben natürlich Lüftungsöffnungen die ohnehin für eine Luftzirkulation sorgen.



FÜTTERUNG:



Bis zu der ersten Häutung, die etwa innerhalb von 10 – 12 Tagen nach der Geburt geschieht, sollte man der Schlange kein Futter anbieten. Die Jungen ernähren sich noch vom Eidotter der als Vorrat im Körper gespeichert ist.

Ein bis zwei Tage nach der Häutung kann man das erste Futter anbieten. Ich gebe ihnen nackte Mäusebabys die knapp eine Woche alt sind. Diese sind schon von der Mutter gesäugt, und bieten somit einen guten Nährwert.

Der Verdauungsapparat der Jungschlangen ist noch nicht so ausgereift wie bei älteren Tieren. Durch die relativ hohe Temperatur (ca. 32°C) wird die Verdauung unterstützt.

Die Schlangen sind wechselwarme Tiere und regeln die Körpertemperatur über die Umgebungstemperatur.



Nach 6-8 Tagen kann man das nächste Futter anbieten. Die ersten 6 Fütterungen sollten mit dem Futtertier der ersten Fütterung gleich sein.

Danach kann man es mit etwas größeren Futtertieren versuchen, vorausgesetzt die Schlange hat einwandfrei verdaut und das Futter nicht ausgewürgt.

Dabei sollte das Futtertier nicht zu groß gewählt werden, da sonst ein auswürgen der Mahlzeit sehr gut möglich wäre.

Meine Erfahrungen haben gezeigt das eine relativ hohe Temperatur, auch bei Nacht (wie oben bereits beschrieben), das Auswürgen verhindert.

Kontakt: Boa-Python@gmx.de

Tel. 01577-5310203

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Letzte Aktualisierung: 01.02.2010