HALTUNGSBERICHT

Haltungsbericht Boa constrictor constrictor



Verbreitungsgebiet:



Das Verbreitungsgebiet der Boa c. constrictor erstreckt sich von Mittelamerika über den gesamten südamerikanischen Kontinent.



Lebensraum:



Man trifft die Boa c. constrictor in sehr unterschiedlichen Lebensräumen an. Von trockenen Waldrandgebieten bis zum tropischen Regenwald. Jedoch sucht sie immer die Nähe von Wasser auf.



Klima:



Die Boa c. c. ist in der freien Natur einem sehr starken Klimawechsel ausgesetzt. Die Temperatur am Tage erreicht Höchstwerte von weit über 30 Grad Celsius. In der Nacht fällt der Wert, je nach Verbreitungsgebiet, auch weit unter die 20 Grad Celsius Marke.

Daher halte ich es für sehr wichtig das die Schlangen im Terrarium auch einer Temperaturschwankung unterliegen. Der Tages- Nachtrythmus sollte durch eine Beleuchtungsdauer von 12 bis 14 Stunden nachgeahmt werden. Ebenso sollte eine Heizquelle, beispielsweise Heizmatte als Wärmespender für die Tiere vorhanden sein. Hier können sie sich aufwärmen und ihre Körpertemperatur regulieren. Die Wärmequelle brauchen sie auch ganz besonders für ihre Verdauung. Da die Tiere ihre Körpertemperatur nur durch die Außentemperatur regeln können. Sollte es über mehrere Wochen nach der Fütterung zu kalt in dem Terrarium sein, so kann es passieren das das Futtertier im Magen nicht richtig verdaut wird. Das Futtertier würde jetzt beginnen zu faulen und gesundheitliche Probleme für die Schlange hervorrufen.

Die Heizquelle sollte aber so ausgewählt sein, dass sie eine punktuelle Erwärmung von 35 Grad Celsius nicht übersteigt. Zu heiße Heizquellen, z.B. Heizkabel die eine sehr hohe Wattzahl haben oder Punktstrahler die falsch installiert wurden, können zu bösen Verbrennungen führen. Die Heilung einer solchen Verbrennung ist äußerst langwierig.

Der Tageshöchstwert im Terrarium sollte somit auch den Wert von ca. 35 Grad Celsius nicht überschreiten. In der Nacht sollte das Licht so wie die Heizquelle komplett ausgeschaltet werden. Durch eine Zeitschaltuhr lässt sich so etwas problemlos regeln.

Als Lichtquelle verwende ich, je nach der Größe des Terrariums, ein bis zwei 18 Watt Neonröhren die für den Feuchtraumbereich benutzt werden. Ebenso muss für die Größe des Terrariums die richtige Wattzahl der Heizmatte gewählt werden.

Am Abend, wenn Heizung und Licht ausgeschaltet sind, sollte man das Becken mit Wasser aussprühen. Die so erzeugte Luftfeuchtigkeit kann sich jetzt, bei nicht eingeschalteten Wärmequellen, besser entfalten. Somit wird erreicht, dass die Tiere über Nacht ein etwas feuchtes Klima erfahren. Die Feuchtigkeit darf natürlich nicht so hoch sein, das nasse Stellen im Terrarium erzeugt werden. Denn dort würde sich eventuell Schimmel bilden. Bis zum nächsten Morgen sollte es im gesamten Terrarium wieder trocken sein.



Terrariumeinrichtung



Über die Einrichtung eines Terrariums für eine Boa gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Viele Terrarianer sind dazu übergegangen ihre Becken mit Zeitungspapier auszulegen. Es ist relativ steril und lässt sich auch ohne großen Aufwand reinigen.

Meine Tiere halte ich etwas anders. Bei mir besteht der Bodengrund aus einem Gemisch aus Pinienrinde und Leinenstroh. Die Ausscheidungen lassen sich hier ohne großen Aufwand mit einer Schaufel entfernen. Zum anderen habe ich auch die Erfahrung gemacht das sich manche meiner Tiere sehr gerne in dem Bodengrund einwühlen. Das Gemisch ist so locker das die Tiere ohne Probleme in den Bodengrund eindringen können.

Es wurde schon häufig erwähnt das mit zunehmender Größe der Boas die Tiere die Lust am Klettern verlieren. Das muss ich hier, zumindest für meine Tiere, Wiederlegen. Die Kletteräste müssen nur kräftig genug sein um den Tieren den nötigen Halt zu bieten. Der Durchmesser der Äste kann ruhig Oberschenkel dick sein und eine grobe Rinde haben.

Auf natürliche Pflanzen habe ich in meinen Terrarien verzichtet. Die kräftigen Tiere zerstören bei ihren nächtlichen Streifzügen jede Pflanze, und somit das schöne Einrichtungsbild. Wer es etwas grün mag kann mit Plastikpflanzen das Gesamtbild seines Terrariums etwas auffrischen.

Ein ausreichend großes Wasserbecken sollte den Tieren als Trink- und Bademöglichkeit geboten werden. Ich nehme für diese Zwecke stabile Kunststoffschüsseln. Eine hellbraune Schüssel passt auch ganz gut zur Einrichtung. Diese Behälter haben sich über Jahre hinweg bewährt. Sie sind sehr leicht vom Gewicht und lassen sich mit einem Küchenschwamm gut reinigen.

Einen Unterschlupf wird den Tieren mit einer Tonschale geboten, die man in jedem Baumarkt kaufen kann. Eine Öffnung aussägen, die Schale auf den „Kopf“ stellen, und schon kann die Schlange sich ungestört zurückziehen. Die Tonschalen haben den Vorteil, dass man sie in der Badewanne sehr gut abspülen und reinigen kann. Hierbei saugt sich die Tonschale mit Wasser voll und trägt so noch zu einem kleinen Teil dazu bei die Luftfeuchtigkeit unter der Schale zu erhöhen. Gerade in der Häutungsphase, wenn die Tiere länger darunter liegen, empfiehlt es sich die Schale auf die beschrieben Art zu nässen. Anschließend mit der Schale das Tier wieder abdecken.

Zu der Einrichtung eines Boa Terrariums sei noch gesagt das diese Schlangen eine häufige Änderung der Einrichtung nicht mögen. Sie sind sehr Standorttreu, haben sie sich einmal an ihr zu Hause gewöhnt, so nehmen sie es Ihnen übel, wenn Sie ständig irgendwelche Veränderungen im Becken vornehmen. Sie fühlen sich in einer eingewöhnten Umgebung wohl und auch sicherer. Gerade für trächtige Weibchen ist ein unnötiges Verändern des Beckens absoluter Stress.



Größe:



Eine ausgewachsene Boa c. constrictor kann bis zu drei Meter heranwachsen. Diese Größe ist für ein in Gefangenschaft gehaltenes Tier schon eine imposante Größe, und wohl nicht sehr häufig anzutreffen. Mein großes Guyana Weibchen hat mit ihren zwei Metern wohl die Endgröße erreicht. Wenn man überhaupt von Endgröße sprechen darf. Die männlichen Tiere bleiben im Allgemeinen etwas kleiner als die Weibchen.



Häutung:



Durch die Häutung der Schlangen wachsen diese auch ständig, das heißt ihr ganzes Leben. Etwa im Alter von fünf bis sechs Jahren kann man ein Wachstum eigentlich nur durch genaue Messung des Tieres definieren. Das erreichbare Höchstalter einer Boa c. constrictor soll um die zwanzig Jahre liegen. Da ich aber noch kein Tier von Geburt bis zu seinem natürlichen Tod gehalten habe, kann ich somit auch keine genauen Auskünfte geben. Man erkennt den Beginn der Häutung darin, dass das Tier nicht mehr in seinem vollen Glanz „erstrahlt“. Die Farben werden matt und die Boa wird sichtlich ruhiger. Nach ein paar Tagen bekommt sie ganz milchige Augen. Zwischen der neuen und alten Haut bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm, der es dem Tier so ermöglicht die alte Haut abzustreifen. Ein paar Tage vor der eigentlichen Häutung verschwindet aber die Trübung der Augen. Und irgendwann liegt dann das so genannte “Natternhemd” im Terrarium.



Fütterung:



Meine Tiere werden im Monat zwei mal gefüttert. Das Futtertier, bei mir sind es Ratten, wird ausgesucht nach der Größe der Schlange. Eine ausgewachsene Boa bekommt somit eine ausgewachsene Ratte. Kleinere Tiere entsprechend ein kleineres Futtertier. Pro Fütterung gebe ich auch jeder Schlange nur ein Futtertier. Ausnahmen mache ich bei weiblichen Tieren, die ruhig etwas besser gefüttert werden sollten, um eine gute Konstitution für die Trächtigkeit zu erlangen. In den Zeiten wo sich die Tiere in der Häutungsphase befinden bekommen sie natürlich kein Futter. Sie würden auch teilweise in dieser Zeit fressen, aber sie sollen sich nicht doppelt belasten. In Ruhe, und ohne sich um die Verdauung zu kümmern, sollen sie ihre Häutungsphase durchlaufen. In dieser Zeit sollte man sich auch am Tage mal daran begeben das Terrarium auszusprühen. Mit warmen Wasser kann man ruhig auch die Schlange direkt besprühen.



Bei dieser Art der Haltung ist es meinen Rotschwanzboas und den Imperator Boas gelungen sich erfolgreich zu vermehren.



Frank Schäfer

Kontakt: Boa-Python@gmx.de

Tel. 01577-5310203

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Letzte Aktualisierung: 01.02.2010